Wenn ich an Babyschwimmen dachte, dachte ich immer an Baby-Spaß im Wasser, Planschen und Tauchen. Dann haben wir einen Kurs gebucht und herausgefunden: Es kann auch sehr anders sein.

Babyschwimmen – Was ich mir vorgestellt hatte

Ich hatte es mir so schön ausgemalt: Meine beiden Männer nehmen eine Auszeit – planschen und spielen eine Stunde im Wasser und haben eine tolle Zeit, während ich am Beckenrand sitze, mit anderen Eltern quatsche und Fotos und Videos schieße, die ich auch gleich stolz an Freunde und Familienmitglieder weiter schicke.

Babyschwimmen – Was der Mann sich vorgestellt hatte

Er hatte es sich so schön ausgemalt: Quality Time mit seinem Söhnchen, einmal die Woche eine Stunde Papa-Sohn-Zeit, ganz intensiv, keine Ablenkung – nur die beiden und das kühle Nass. Die Frau sitzt am Beckenrand und hält alles für die Ewigkeit fest und außerdem mal den Mund und lässt ihn einfach machen.

Babyschwimmen – die nackte Wahrheit

Wie es tatsächlich war: 17:45 – wir kommen am Schwimmbad an. Der Mann zieht sich um, derweil mache ich den Kleinen planschfertig. Es kann losgehen – Babyübergabe am Beckenrand. Das erste Geschrei. Nein, mein Schatz – Mama kommt nicht mit rein. Nach fünf Minuten – Erleichterung: Er hat sich beruhigt, jetzt kann es losgehen. Ich sitze am Beckenrand und muss mit zwei langweiligen Mamis reden, während ich Videos vom angespannten Papa (Angst, dass der Sohnemann gleich plärrt) und vom nicht so glücklichen Baby (mit Achtung-ich-plärre-gleich-Blick), die ich nicht so gerne an Freunde und Familie weiter schicken mag…Dann der Super Gau: Das Baby fängt an zu schreien und lässt sich nicht beruhigen. Es streckt laut schluchzend die kleinen Ärmchen nach mir aus und sieht mich verzweifelt an. Der Mann blickt ebenso verzweifelt. Was tun? Ich ziehe mich in Windeseile um und springe im schlecht sitzenden Badeanzug auch ins Wasser: Ich komme, meine Männer – ich rette euch! Aber nichts da. Auch ich vermag das schluchzende Etwas nicht wieder zum Lächeln oder auch nur zum Stillsein zu bewegen. Nach 20 Minuten sind wir alle drei am Ende und geben auf. Wir verlassen mit hängenden Köpfen das Schwimmbecken, gefolgt von den mitleidigen Blicken der anderen Eltern, deren kleine Engel vor Freude quietschend perfekte Schwimmübungen hinlegen.

Sobald wir fertig angezogen (ein Krampf – Baby trocken – Mama nass, nimmt Baby – Baby wieder nass – Mama trocken, nimmt Baby – Mama wieder nass, übergibt nasses Baby an trockenen Papa – Papa wieder nass usw.) im Auto sitzen und nach Hause fahren, überlegen wir, ob wir es in der nächsten Woche nochmal versuchen sollen…Das Baby grinst und mampft einen Hirsekringel.