Taxifahrten und wie man sich verhalten sollte

Da das Taxifahren mehr oder weniger zu meinem Job dazu gehört, erlebe ich immer wieder unglaubliche Situationen. Schon lange denke ich darüber nach, diese aufzuschreiben und werde mir nun ein wenig Zeit nehmen, um der Welt meine besten Taxi-Geschichten zu erzählen und eventuell den einen oder anderen Leser zum Schmunzeln zu bringen. Schon alleine die Gesprächsthemen, die auf einer Taxifahrt aufkommen können, sind immer wieder faszinierend.

Während einige Fahrten aus einem unangenehmen Schweigen bestehen und man hofft, dass sie so schnell wie möglich vorbei sind – vor allem wenn der Fahrer mit gefühlten 100 km/h durch Berlin rast – sind andere Fahrten sehr angenehm, das Radio läuft und man findet ein gemeinsames Thema.

Private Stadtführer

Normalerweise versuche ich im Taxi ein Gespräch zu finden, indem ich mich über die Stadt informiere. „Wie viele Einwohner haben Sie hier eigentlich?“ – Dieser Satz reicht oft schon, damit die Fahrer leuchtende Augen bekommen und von ihrer Stadt schwärmen (und teils sogar zum privaten Stadtführer mutieren).

Verrückte Erfahrungen während meiner Taxifahrten

Die besten Themen, die auf verschiedenen Taxifahrten auf meine Frage hin entstanden sind, waren u.a. die Rheumaklinik des Taxifahrers, alle aktuellsten Infos zu unserer Milchstraße, die Bedrohung der Menschheit durch künstliche Intelligenz bis hin zu der nicht ganz so beruhigenden Aussage „Ich habe meinen Führerschein erst vor 5 Monaten gemacht.“ In Ostfriesland sagte ich einem Taxifahrer den Namen meines Hotels, das ein wenig außerhalb lag und er versuchte mich zu überreden, mein Hotel zu stornieren, weil es „ab vom Schuss“ wäre. Da fielen auch mal Sätze wie „Sicher, dass Sie da hinwollen? Ich würde da nicht hinfahren!“ (Am Ende war ich wirklich am Zweifeln, aber es war ein super schönes Hotel direkt am See und ich habe die Fahrt nicht bereut.)

Kommen wir aber nun zu meinen zwei mit Abstand erwähnenswertesten Situationen:

-In Deggendorf hatte ich einen älteren Taxifahrer, der vermutlich schon in Rente sein sollte. Ganz lieb grinste er mich an und begann, tiefstes Bayrisch zu sprechen. Während ich schon insgeheim hinterfragte, ob dieser Mann wirklich noch Auto fahren kann, versuchte ich seinen Dialekt zu verstehen und stieg in das Auto ein. Er startete den Motor, blinkte nach links, um vom Bürgersteig herunterzufahren, schaute in den Rückspiegel, machte einen Schulterblick, gab Gas UND….fuhr noch bevor wir es auf die Straße schafften mit vollem Tempo gegen das Stoppschild, das direkt vor uns am Bürgersteig stand. Offensichtlich war ihm das so peinlich, dass er einfach so tat als wäre nichts passiert und die restliche Fahrt kein Wort mehr sagte. Ich saß währenddessen hinten drin und betete, dass wir heil am Bahnhof ankommen würden.

-Nach unserer Firmen-Weihnachtsfeier bestellte unsere Chefin ein Taxi. Es handelte sich um ein privates Taxiunternehmen. Mein Kollege und ich stiegen jeweils mit unseren Partnern ein – ich saß hinten. Während der Fahrt bemerkte ich ein Rascheln im Auto, das nicht aufzuhören schien. Mein erster Gedanke war, dass es ein Hund sein könnte. Ich versuchte das Geräusch zu ignorieren, aber wurde das komische Gefühl nicht los und drehte mich schließlich um, um in den Kofferraum zu sehen… Da schaute ich in die Augen eines Mannes, der direkt hinter mir im Kofferraum saß! Verblüfft sagte ich ganz laut: „Huch, da sitzt ja noch jemand!“ Aber darauf reagierte der mysteriöse Mann nicht einmal und wir fanden nie raus, weshalb er dort saß. In dem Moment hatte ich die verrücktesten Gedanken und war mir sicher, wir werden entführt. 🙂 Heute bin ich froh, dass sich zumindest auch mein Kollege umgedreht und den Mann gesehen hat, denn später wurde mir teils vorgeworfen, ich hätte zu viel getrunken und mir den Mann nur eingebildet…

Und die Moral von der Geschicht‘?

In vielen Fällen sind Taxifahrten die angenehme Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln und können zu einer privaten Sightseeing Tour werden, wenn der Fahrer nett ist. Sollte man jedoch ein schwarzes Schaf unter den Taxifahrern erwischen und sich unwohl fühlen, sei es wegen des Fahrstils oder wegen des rauen Tons des Fahrers, sollte man sich nicht scheuen, die Fahrt abzubrechen und sich über seine Rechte zu informieren. Wenn man sich über einen Taxifahrer beschweren möchte, kann man sich am besten direkt an das Taxiunternehmen wenden oder alternativ sogar an das Ordnungsamt. Hierbei ist es wichtig, dass man die Ordnungsnummer des Taxis (gelber Aufkleber) notiert hat und die Quittung als Beleg vorlegen kann.