Wenn ich mich zurückerinnere an das erste Bad meines Babys, dann muss ich schmunzeln. Wie viel Angst wir hatten vor dem ersten Mal Baby baden. Wie warm sollte das Wasser sein, wie halte ich es richtig? Wie viel Wasser sollte in der Badewanne sein und wie wasche ich es? Was, wenn er schreit? Das alles haben wir uns gefragt und waren froh, beim ersten Baby-Bad unsere erfahrene Hebamme dabei zu haben, die uns alle Schritte genau erklärt hat. Hier findet ihr einen kleinen Leitfaden für entspannten Baby-Wasserspaß:

Das erste Mal baden – Der richtige Zeitpunkt

Das erste Mal Baden ist ein aufregendes Ereignis, bei dem ihr euch am besten von eurer Hebamme unterstützen lasst. Sie kann euch genau zeigen, wie ihr euren kleinen Schatz am besten haltet, ohne dass er euch aus den Händen rutscht, und gibt euch hilfreiche Tipps rund um die Pflege eures Babys. Das erste Baby-Bad erfolgt manchmal bereits direkt nach der Geburt. Dies ist aber nicht in jedem Fall zu empfehlen. Babys, die noch die sogenannte Käseschmiere an sich haben, sollte diese nicht abgewaschen werden, denn sie schützt Babys Haut. Außerdem sollten die ersten Stunden nach der Geburt fürs Kennenlernen zwischen Eltern und Baby reserviert sein, ein Bad ist in den meisten Fällen in dieser Zeit überflüssig.

Das erste Bad sollte zu Hause stattfinden, und zwar erst dann, wenn die Reste der Nabelschnur, die nach der Geburt abgeklemmt wurde, abgefallen sind. So wird vermieden, dass sich Keime am Nabel ansiedeln und Entzündungen auslösen.

Auch später ist das richtige Timing für Babys Bad von großer Bedeutung. Wir baden unseren kleinen Schatz ein- bis zweimal die Woche vor dem Abendessen. Danach hat er einen Bärenhunger. Außerdem ist er nach dem Essen so müde, dass er kaum das Abendritual übersteht und früher als sonst in der Koje schlummert.

Nicht zu warm und nicht zu kalt

Gerade für das Baden in den ersten paar Monaten solltet ihr die Temperatur genauestens prüfen, bevor ihr euer Baby in die Wanne legt. Die Temperatur für ein Baby-Bad sollte bei 37 Grad Celsius liegen. Hilfreich ist hier ein Babythermometer, das euch die Temperatur genau anzeigt.

Der beste Ort

Wo solltet ihr euer Baby baden? Am besten in einem Raum, in dem es schön warm ist. Wenn ihr in eurem Bad die Heizung voll aufdrehen könnt, ist dies ein passender Ort. Die Wärme im Zimmer ist wichtig, um das Baby nach dem Baden schön warm zu halten, wenn ihr es auf ein Handtuch legt und abtrocknet. Wir haben unseren Kleinen die ersten Wochen im Babyzimmer in einer Babywanne gebadet. Hier konnten wir ihn nach dem Bad gleich auf seine Wickelkommode legen und ihn unter der Wärmelampe in Ruhe abtrocknen.

Wer badet das Baby?

Häufig sind es die frischgebackenen Papas, die ihre Kleinen baden. Dass auch die Väter in den ersten Wochen und Monaten, in denen das Baby auf der Welt ist, eingebunden werden, ist sehr wichtig für das Bonding zwischen beiden. Andererseits ist dies durch das Stillen, das ja zwangsläufig von der Mutter übernommen werden muss, nicht so einfach. Väter können mit dem regelmäßigen Baden ihrer Babys ein schönes Ritual schaffen. Dadurch wird die Nähe zwischen ihnen und dem Nachwuchs gestärkt und die Papas fühlen sich gebraucht. Gerade die ersten Male brauchen sie dabei sicher Hilfe und freuen sich, wenn auch die Mami mal zum Waschlappen greift.

Richtig waschen

Zum Waschen eures Babys eignen sich dünne Mullwaschlappen am besten. Unterwegs sind Einmalwaschlappen sehr praktisch. Ob ihr euer Baby mit einer milden Waschlotion (z.B. Weleda oder Alverde) badet oder ganz ohne, bleibt euch überlassen. Generell solltet ihr beim Waschen schnell sein, denn die Haut eures Babys ist noch sehr empfindlich. Deshalb sollte das Bad sollte nur ein paar Minuten dauern. Beginnt von oben (Gesicht) und arbeitet euch dann über den Hals, Oberkörper und Arme, Hände, dann Beine und Füße bis zu Geschlechtsorganen und Po herunter. Wichtig ist es, dass ihr besonders auf die schwer zu erreichenden Stellen (z.B. hinter den Ohren oder Hautfalten und Lenden, zwischen den Fingern und Zehen) achtet. Erst zum Schluss sollten die Haare gewaschen werden, um das Auskühlen eures Babys über den Kopf zu vermeiden.

Gut abtrocknen

Nachdem ihr euer Kleines gewaschen habt, ist es Zeit für das Abtrocknen. Dazu wickelt ihr euer Baby am besten direkt in ein großes Handtuch mit Kapuze und legt es dann auf den Wickeltisch oder eine andere weichere Fläche, wo ihr dann in Ruhe abtrocknen könnt. Beim Abtrocknen solltet ihr auch die schwer erreichbaren Stellen nicht vergessen. Sollte euer Baby bereits viele Haare haben, könnt ihr auch ganz leicht föhnen. Auch das Trockenföhnen des Körpers finden viele Babys übrigens sehr schön.

Mit diesen Tipps kann bei den ersten Badeversuchen nichts schief gehen. Manche Babys lieben das Wasser, andere schreien schon los, wenn ihr kleiner Zeh das Badewasser berührt. Bleibt geduldig und ruhig und lasst euch von eurer Hebamme unterstützen. Und denkt daran: Bei Babys gibt es keinen Status Quo – auch Babys, die anfänglich keine Badefans sind, können irgendwann die größten Planscher werden. Wasser marsch!